Month: Dezember 2017

Feuerwehrpläne – Anforderungen, Hinweise und Vorschriften

Feuerwehrpläne sind eines der Führungsmittel, die die Feuerwehr dazu benötigt, um schnelle und sichere Hilfe bei ihrem Einsatz leisten zu können. Die einheitliche Form und Gestaltung dieser Pläne ist in der DIN 14095, DIN 14034 und ISO 7010 geregelt. Dadurch hat die entsprechend ausgebildetet und geschulte Feuerwehr im Brandfall die Möglichkeit, sich mittels dieser Pläne in einem Objekt oder einer Anlage zu orientieren. Feuerwehrpläne liefern der Feuerwehr bereits auf dem Weg zum Einsatz die erforderlichen Informationen, um dadurch eine rasche und schnelle Orientierung außerhalb und innerhalb des Einsatzobjektes durchführen zu können. Eine solche Objektinformation trägt auch häufig dazu bei, Menschen, die sich hier in Gefahr befinden, zu retten und größere Umwelt- und Sachschäden zu vermeiden. Dieser Feuerwehrübersichtsplan gibt auch Aufschluss darüber, wie das Feuer am besten zu bekämpfen ist und wo sich Lösch- und Brandschutzeinrichtungen befinden. Ebenso erhält die Feuerwehr dadurch einen Anhaltspunkt, wo besondere Gefahrenpunkte bestehen.

Die Anforderungen an Feuerwehrpläne

Ob für ein Gebäude oder eine bauliche Anlage ein Feuerwehrplan notwendig ist, hängt von der Nutzungsweise und der Art sowie der Größe der Anlage ab. Solche Übersichtspläne und Objektinformationen sind für die Feuerwehren besonders bei der Einsatzvorbereitung sehr von Bedeutung und deshalb ist in verschiedenen Sonderbau-Vorschriften auch die Erstellung von solchen Objektinformationen und Übersichtsplänen vorgeschrieben. Wenn es sich um besondere bauliche Anlagen handelt, die nicht in Sonderbauvorschriften erfasst sind oder zugeordnet werden können, wird aufgrund ihrer speziellen Beschaffenheit schon im Baugenehmigungsverfahren festgelegt, dass hierzu Feuerwehrpläne erstellt werden müssen.

Vorgehensweise bei der Erstellung von Feuerwehrplänen

Die Feuerwehrpläne werden von den Gebäudebetreibern oder den Bauherren immer in enger Abstimmung mit der zuständigen Brandschutzdienststelle oder der zuständigen Feuerwehr erstellt. Dabei gibt es bei den Brandschutzdienststellen sowie einigen Feuerwehrzentralen dafür entsprechende Merkblätter auf deren Internetseiten. Dabei muss sich der Ersteller von Feuerwehrplänen an die dort aufgeführten gewünschten Angaben, Formate und Symbole bei den objektspezifischen Anforderungen anpassen und die speziellen Gegebenheiten mit einarbeiten. Aus diesem Grund ist für die Abstimmung von möglichen Besonderheiten eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden unbedingt erforderlich.

 

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Hinweise und Inhalte für die Bearbeitung von Feuerwehrplänen

Feuerwehrpläne setzen sich immer aus einem objektspezifischen Informationsteil in Textform, einem Übersichtsplan (Lageplan) sowie den weiteren Feuerwehrgeschossplänen zusammen. Wenn es spezielle Objekte sind, kann es vorkommen, dass noch weitere spezielle Detailpläne (zum Beispiel ein Abwasserplan) erforderlich sind.

Dabei erhält man aufgrund der DIN 14095 genaue Hinweise über die Inhalte sowie die grafische und farbliche Gestaltung der zu erstellenden Plan-Unterlagen sowie über den Umfang des zu erstellenden Erläuterungsberichtes in Textform.

Aufgrund der Tatsache, dass es über Jahre hinweg keine einheitlichen Gestaltungsvorschriften für solche Objektinformationen gab, haben sich die Feuerwehren eigene inhaltliche und gestalterische Inhalte erarbeitet. Dadurch sind zum Teil gegenüber der DIN 14095 Abweichungen im Bereich der Symbole, der Farbgestaltung sowie der inhaltlichen Darstellung entstanden. Eine solche eigene Interpretation wird dann problematisch, wenn die Abweichungen zur DIN 14095 zu groß sind, oder die Feuerwehr-eigenen Symbole auf veralteten Normen basieren.

DIN 14095

In dieser DIN sind die grundsätzlichen Inhalte, wie die Zugänglichkeit, die vertikale Erschließung, die Darstellung von Brandabschnitten, die Angaben über den anlagentechnischen Brandschutz, die Aufstellflächen, die Absperrmöglichkeiten sowie besondere Risiken geregelt und stimmen bei den Feuerwehrplänen mit den besonderen Anforderungen überein.

Dabei dient bei vielen Feuerwehren ein Übersichtsplan gleichzeitig auch als Hauptplan und deshalb ist es erforderlich, dort teilweise mehr Infos einzubringen, als dies normalerweise im Übersichtsplan nach DIN 14095 gefordert ist.

Bei einem Feuerwehrplan handelt es nicht um einen Feuerwehr-Einsatzplan

Im Feuerwehrplan sind die örtlichen Gegebenheiten dokumentiert. Dieser enthält jedoch keine Angaben über die Einsatzstrategie sowie die Vorgehensweise in taktischer Hinsicht der Feuerwehr im Brandfall. Trotzdem sind diese Feuerwehrpläne die Grundlage für die Ausarbeitung der Einsatzstrategie, weil dort die örtlichen Gegebenheiten, nachdem auch die Einsatzstrategie erarbeitet wird, festgehalten sind.

Weitere gesetzliche Vorschriften

Dazu gehört das Arbeitsschutzgesetz § 10. Hier wird arbeitsschutzrechtlich vom Arbeitgeber gefordert, dass dieser, entsprechend der Arbeitsstätten-Art und der dort ausgeübten Tätigkeiten, sowie aufgrund der Anzahl der Beschäftigten entsprechende Maßnahmen zu ergreifen hat, die zur Brandbekämpfung, zur Ersten Hilfe sowie zur Evakuierung der Beschäftigen erforderlich sind.

Auch ist er dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass im Notfall die entsprechenden Verbindungen zu außerbetrieblichen Institutionen, insbesondere bei der Ersten Hilfe, der medizinischen Notfallversorgung, der Brandbekämpfung und der Bergung von Verletzten, eingerichtet sind.

Zusätzlich muss der Arbeitgeber gemäß § 4 Abs. 4 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStattV) für die von ihm eingerichteten Arbeitsstellen einen Flucht- und Rettungsplan aufstellen, wenn die Art der Nutzung, die Lage sowie die Größe der Arbeitsstätte dies erforderlich machen. Auch ist in angemessenen Zeitabständen nach einem solchen Plan bei Übungen zu verfahren. Geübt wird, wie sich die Mitarbeiter im Katastrophen- und Gefahrenfall retten und in Sicherheit bringen können.

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Der Flucht- und Rettungsplan im Bereich von Arbeitsstätten

Ein solcher Plan kann dann erforderlich sein, wenn eine unübersichtliche Rettungs- und Fluchtwegführung (beispielsweise bei Zwischengeschossen, bei sehr verwinkelten oder von den normalen Verkehrswegen abweichende vorhandene Wegführung oder bei sehr großen Räumlichkeiten) vorhanden ist. Ebenso ist die Aufstellung dann erforderlich, wenn ein hoher Anteil an ortsunkundigen Personen (Arbeitsstätte mit Publikumsverkehr als Beispiel) vorhanden ist.

Ein Flucht- und Rettungsplan in Arbeitsstätten ist ebenfalls in den Bereichen mit einer erhöhten Gefährdung (beispielsweise wenn brandgefährdende sowie explosionsgefährliche Anlagen, oder eine Gefahr der Stofffreisetzung vorhanden ist) erforderlich.

Dabei müssen die Flucht- und Rettungspläne vom Arbeitgeber immer aktuell gehalten werden. Diese müssen übersichtlich und gut lesbar dargestellt sein. Auch müssen die Sicherheitszeichen sowie die Sicherheitsfarben hier ebenfalls deutlich gekennzeichnet sein. Der Gebäudegrundriss oder ein Teilbereich davon muss in graphischer Darstellung mit den aufgezeigten Rettungs- und Fluchtwegen in diese Pläne mit eingearbeitet werden. Auch die Lage der Erste-Hilfe- sowie Brandschutzeinrichtungen und Sammelstellen müssen erkennbar sein.

Fazit

Feuerwehrpläne sind für die Feuerwehr eine der wichtigsten schriftlichen Unterlagen, um sich bei einem Feuerwehreinsatz schnell ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten vor Ort machen zu können. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass solche Pläne nach den einheitlichen Richtlinien und Normen erstellt werden, damit hier eine einheitliche und schnelle Orientierung durch die Einsatzkräfte erfolgen kann. Ein Feuerwehrplan ist auch die Grundlage für die Einsatzstrategie der Feuerwehr vor Ort.

Flucht- und Rettungspläne – Anwendung, Funktion, Normung

Flucht- und Rettungspläne retten Leben. Jedes öffentliche Gebäude benötigt darum Rettungspläne, die es dem Betrachter ermöglichen, in einer Gefahrensituation schnell Fluchtwege und Feuerlöscher zu finden, sowie sich über den Standorte von Meldeeinrichtungen zu informieren. Ein Fluchtplan muss immer übersichtlich sein, damit der Überblick über die eingerichteten Rettungswege schnell gegeben ist.

Wie wird ein Rettungsplan oder Fluchtplan gestaltet?

Dem Flucht-und Rettungsplan steht stets die DIN ISO 23601 zugrunde. Diese Norm ersetzte die vorher geltende Norm 4844. Die DIN ISO 23601 ist nun als internationales Regelwerk für die Erstellung von Flucht-und Rettungswegplänen einzuhalten.

Ein Flucht – und Rettungswegplan enthält den Grundriss des Gebäudes in dem der Rettungsplan an einer für alle im Gebäude befindlichen Personen erreichbaren Stelle angebracht wurde. Auf dem Flucht- und Rettungswegplan erkennt man den Grundriss des Gebäudes, sowie deren einzelnen Räume. Mit leicht verständlichen Darstellungen werden hier Fluchtwege angezeigt, außerdem muss angezeigt werden, wo sich im Notfall Feuerlöscher, Brandmelder und die Erste Hilfe Einrichtung befindet.
Um die Darstellung des Rettungswegeplans so übersichtlich wie möglich zu machen, wird der Plan stets farbig dargestellt und mit einer Legende versehen, die international verständlich ist.

Welche Angaben muss der Flucht- und Rettungswegplan enthalten?

brandmeldertaster

Um die Deutung des Rettungswegplanes so einfach wie möglich zu gestalten, verzichtet man bei der Erstellung eines Plans auf unnötige Details.

Dennoch dürfen einige Hinweise keinesfalls auf einem Fluchtwegeplan fehlen:

  • Grundriss des Gebäudes, beziehungsweise der Etage auf der sich der Fluchtwegeplan befindet. Der Maßstab richtet sich hierbei nach der Größe des Gebäudes.
  • Verlauf von Flucht und Rettungswegen
  • Die Lage der Notausgänge in grün eingezeichnet
  • Lage aller Feuerlöscher, Feuermelder und Wandhydranten
  • Lage aller Sicherheitseinrichtungen wie Notfalltelefon, Erste Hilfe Kasten, Defibrilator, etc.
  • Lage des Sammelplatzes
  • Der aktuelle Standort des Betrachters
  • Informationen zu Verhaltensregeln im Notfall
  • Legende, die beschreibt, welche Bedeutung die einzelnen Symbole und Zeichen haben

Im Schriftkopf des Rettungswegeplans muss der Ersteller des Plans, Datum der

Planerstellung, Plannummer, sowie der Name des Objekt und die

Etage verzeichnet sein.

Internationale Rettungspläne enthalten Hinweise zum Verhalten im Notfall in englisch und der jeweiligen Landessprache der sich hauptsächlich im Gebäude befindlichen Personen.

Wer muss einen solchen Flucht – und Rettungswegeplan anwenden?

Flucht- und Rettungswegepläne müssen in allen öffentlichen Gebäuden (Schulen, Geschäften, Krankenhäusern, etc.) und Arbeitsstätten angebracht werden.
Auch in Arbeitsstätten, insbesondere in den Räumen, die eine ausgesprochene Nähe zu Risiko behafteten Einrichtungen (wie zum Beispiel Feuerstellen, Chem. Stofffreisetzungen, etc.) haben, müssen Flucht und Rettungspläne angebracht sein.

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Auch Arbeitsstätten mit einem hohen Publikumsverkehr müssen mit Flucht – und Rettungsplänen ausgestattet sein, damit ortsunkundige Personen im Notfall schnell und sicher zu den ausgewiesenen Rettungswegen gelangen können.

Wie alt dürfen Flucht – und Rettungswegepläne maximal sein?

Die angebrachten Flucht – und Rettungswegepläne müssen in einem Zeitraum von spätestens zwei Jahren auf ihre Aktualität überprüft werden. Verändert sich der Grundriss des Gebäudes, zum Beispiel durch einen Anbau oder Umbau der entsprechenden Räumlichkeiten, dann muss ein neuer Flucht -und Rettungsplan erstellt werden.
Mitarbeiter müssen vom Arbeitgeber, der für die Anbringung der Fluchtwegepläne verantwortlich ist, darüber informiert werden, wo sich die Fluchtwegepläne befinden, außerdem gehört eine Instruktion sowie jährliche Räumungsübungen zum Sicherheitstraining in Arbeitsstätten dazu.

Wie und wo müssen die Fluchtpläne angebracht werden?

Die aktuellen Fluchtwegepläne müssen so angebracht werden, dass jeder Mensch im Notfall schnellen Zugriff auf die Pläne hat.
Daher empfiehlt es sich, den Fluchtwegeplan im Eingangsbereich der jeweiligen Etage in einer Höhe von 1,60 Meter aufzuhängen (Planmitte zum Boden).

Auf was ist noch zu achten, wenn Rettungswegepläne angebracht werden?

Wichtig ist, dass die Rettungswegepläne an prominenten Stellen zu finden sind, so dass sich im Gebäude befindliche Personen im Notfall schnell orientieren können.
Jede Etage benötigt einen genauen Fluchtwegeplan, der die Stelle kennzeichnet, an dem sich der Betrachter gerade befindet. Damit Fluchtwege schnell zu erkennen sind, muss der Fluchtwegeplan unbedingt Lagerichtig gezeichnet sein. Das heißt, man kann einen erstellten Fluchtwegeplan nicht an irgendeiner beliebigen Stelle im Gebäude aufhängen, sondern muss sich genau an dem Punkt orientieren, der als Standort auf dem Plan angegeben ist.
Um eine Langlebigkeit, auch in besonderen Umständen, wie Hitze, Nässe oder Verschmutzungen zu gewährleisten, müssen Fluchtwegepläne immer besonders geschützt werden. Ein einfacher Druck auf Papier reicht in diesem Fall nicht aus. Daher sind Rettungswegepläne immer foliert und gewährleisten so eine Langlebigkeit, auch bei schwierigen Umständen.

Ein Flucht und Rettungsplan sollte dauerhaft befestigt sein – das erfolgt in der Praxis mittels Rahmen aus Sicherheitsglas, PVC-Verbundrahmen oder Aluminiumrahmen.

Wer kann Rettungswegepläne erstellen?

Das erstellen von Rettungs-und Fluchtwegeplänen ist eine komplexe Aufgabe und kann nicht von jedem ausgeführt werden. Es gibt Anbieter, die sich auf die Erstellung von Fluchtwege- und Rettungswegeplänen spezialisiert haben. Sie erstellen nach der jeweiligen baulichen Anforderung schnell und kompetent einen Flucht- und Rettungsplan nach der aktuellen DIN ISO 23601.

Nicht nur die baubehördliche Anforderung, auch für die eigene Sicherheit sind Flucht- und Rettungspläne ein wichtiger Hinweisgeber im Ernstfall. Gut positioniert und mit einfachen Mitteln erklärt können die Hinweisschilder im Notfall von jedem verstanden werden und Leben retten. Doch nur der Fachmann kann den Anforderungen bei der Erstellung der Pläne gerecht werden.